PKV ja oder nein

privat krankenversichern?

Ja oder NeinWer sich privat versichern kann und will, sollte einige Besonderheiten beachten: Eine private Krankenversicherung lässt sich bausteinartig zusammenstellen - vom Basistarif bis zur Luxusversicherung ist vieles möglich. Neben dem Versicherungsumfang beeinflusst auch die Selbstbeteiligung den Preis: Je mehr man bereit ist, im Krankheitsfall selbst zu bezahlen, ehe die Versicherung einspringt, desto niedriger ist der Monatsbeitrag. Der Beitrag ist nicht vom Einkommen abhängig, sondern wird für jeden Jahrgang und jeden Tarif möglichst risikogerecht kalkuliert. Massstab sind das Eintrittsalter, das Geschlecht und der Gesundheitszustand bei Vertragsabschluss. Die Privaten müssen nicht jeden nehmen. Sie können bei gesundheitlichen Problemen zum Zeitpunkt der Antragstellung einen Risikozuschlag verlangen oder den Antrag ganz ablehnen. Deshalb sollten wechselwillige Kassenmitglieder erst dann ihrer gesetzlichen Kasse kündigen, wenn der Vertrag mit dem Privatunternehmen unter Dach und Fach ist.

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Ist man einmal privat versichert, führen chronische Krankheiten weder zu Beitragserhöhungen noch zu nachträglichen Zuschlägen. Im Beitrag für Privatversicherte sind Alterungsrückstellungen enthalten, um ab dem 65. Lebensjahr weitere Beitragserhöhungen zu verhindern. Auch die Familienplanung spielt bei der privaten Krankenversicherung eine Rolle. Es gibt keine kostenfreie Familien - Mitversicherung. Für jedes nicht berufstätige Familienmitglied muss in der Regel ein eigener Beitrag bezahlt werden, also auch für jedes Kind einzeln. Ausnahme: Liegt das Einkommen, zum B. des Selbstständigen, unter der Versicherungspflichtgrenze, dürfen die Kinder kostenfrei beim Ehepartner mitversichert werden, wenn dieser Kassenmitglied in der GKV ist. Geregelt ist das in Paragraph 10 des Sozialgesetzbuches V.

Vor- und Nachteile der GKV und PKV

Beitragszahler:

  • in der GKV sind ca. 45 % der Versicherten Beitragszahler, der Rest von 55 % sind beitragsfrei Mitversichert
  • in der PKV sind 100 % der Versicherten auch Beitragszahler

Die gesetzliche Krankenabsicherung: Der Arzt wird für seine Leistungen nach einem festen Gebührensatz honoriert (Sachleistungsprinzip). Der Hausarzt wird gefördert, weil ohne Überweisung durch einen Arzt bei jedem anderen Arzt erneut die Praxisgebühr zu entrichten ist.
Die private Krankenabsicherung: Der Arzt kann je nach Art und Umfang der Leistung unter Berücksichtigung von Schwierigkeit und Zeitaufwand ggf. einen mehrfachen Satz der Gebührenordnung für Ärzte oder Zahnärzte (GOÄ, GOZ) dem Patienten in Rechnung stellen. Der Patient bekommt die Kosten ganz oder teilweise von seiner privaten Krankenkasse erstattet.

Vorteile gesetzliche Krankenkasse (GKV)

  • kostenlose Mitversicherung von Ehepartnern und Kindern ohne Einkommen
  • grundsätzliche Beitragsfreiheit während Mutterschafts- und Erziehungsurlaub
  • Krankengeld bei Arbeitsunfähigkeit und Erkrankung eines Kindes, Zeitlich aber begrenzt
  • Mutterschaftsgeld
  • Vorsorgekuren für Mütter
  • beim Sozialgericht ist eine kostenlose Klage gegen Widerspruchsbescheide der Kasse möglich
  • relativ stabile Beiträge bei einem durchschnittlichen Beitragssatz von derzeit 15,5 Prozent
  • Abrechnung erfolgt nach dem Sachleistungsprinzip, d. h. Krankenkasse und Arzt rechnen untereinander ab
  • Als Versicherter müssen Sie nicht in Vorleistung treten.
  • Die Höhe der Zuzahlungen für Arznei-, Heil- und Hilfsmittel, Fahrkosten, Krankenhausaufenthalte, Praxisgebühr, Zahnersatz etc. ist auf maximal 2 % des jährlichen Bruttoeinkommen zum Lebensunterhalt begrenzt.

Vorteile private Krankenkasse (PKV)

  • freie Arztwahl
  • freie Krankenhauswahl,  je nach Tarif Unterbringung im Zweibett- oder Einzelzimmer mit Chefarztbehandlung möglich
  • Zu erbringende Leistungen werden vertraglich bindend festgelegt (z.B. Behandlung durch Chefarzt, Einbettzimmer, Zahnersatz, Zahnleistungen bei Behandlung und Zahnersatz, Brillen, Heilpraktiker) und sind somit individuell gestaltbar
  • Beitragsrückerstattung bei Nichtinanspruchnahme von Leistungen möglich
  • europaweiter Versicherungsschutz
  • weltweiter Versicherungsschutz für 2 Monate und länger
  • Abhängigkeit der Beitragshöhe vom gewählten Tarif, Eintrittsalter, Gesundheitszustand und Geschlecht
  • bei tariflicher Vereinbarung ist eine Kostenübernahme für die Behandlung bei einem Heilpraktiker möglich

Nachteile  gesetzliche Krankenkasse (GKV)

  • Behandlung erfolgt durch Vertragsärzte und Zahnärzte der Kasse, in der Regel. keine Kostenübernahme für Heilpraktikerbehandlungen
  • Praxisgebühr Quartalsweise bei Erstbehandlung
  • Die Wahl des Krankenhauses ist eingeschränkt. Der Arzt weist in eines der zwei nächstgelegenen ein
  • Zuzahlung im Krankenhaus 10 Euro für max. 28 Tage
  • nach Krankenbehandlung im Ausland erfolgt keine Übernahme der Rücktransportkosten
  • Für Medikamente sowie Heil- und Hilfsmittel, Kuren, Krankenwagen sowie Zahnersatz müssen die Patienten Zuzahlungen leisten
  • Brillen nicht mehr Estattungsfähig
  • keine individuelle Gestaltung des Krankenversicherungsschutzes möglich, da gesetzlich Vorgeschrieben

Nachteile  private Krankenkasse (PKV)

  • Risikozuschläge oder Ausschlüsse von Leistungen bei Vorerkrankungen
  • jedes Familienmitglied zahlt einen eigenen Monatsbeitrag
  • häufig Summenbegrenzung bei Zahnersatz in den ersten Jahren
  • das Recht, Leistungen in Anspruch zu nehmen wird in der Regel erst nach dreimonatiger Wartezeit erworben, wenn keine Vorversicherung bestanden hat
  • Rechnungen werden dem Privatpatienten zugestellt, dieser muss sie sich von der Versicherung erstatten lassen
  • Rechtsstreitigkeiten werden kostenpflichtig vor dem Zivilgericht durchgeführt
  • In der Regel keine Beitragsfreiheit während Mutterschafts- und Erziehungsurlaub


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